Hungerstreik von Firas Maraghy vor der Israelischen Botschaft in Berlin
Der aus Jerusalem stammende Palästinenser Firas Maraghy trat am 26. Juli 2010 vor der israrelischen Botschaft in Berlin in den Hungerstreik, nachdem ihm die israelische Botschaft die Registrierung seiner Tochter und die Erstellung eines Reisedokumentes verweigerte.
Das Schicksal von Firas Maraghy ist weit davon entfernt ein Einzelfall zu sein. Es ist das Schicksal, das unzählige Palästinenser in Jerusalem betrifft.
Seit der Besatzung von Jerusalem 1967 entscheidet Israel über das Schicksal der palästinensischen Bewohner der Stadt. Firas Maraghy, der mit seiner deutschen Frau und Tochter in Berlin lebt, ist dadurch staatenlos und besitzt lediglich ein israelisches Reisedokument.
Nach der Geburt seiner Tochter in Dezember 2009 verweigerte ihm die israelische Botschaft die Registrierung seiner Tochter und die Erstellung eines Reisedokumentes. Die Botschaft trug ihm an nach Jerusalem zu fliegen, um dort beim Innenministerium einen Antrag zu stellen. Die Antragstellung beim Innenministerium ist der erste Schritt einer Prozedur, die unter den Palästinensern in Jerusalem äußerst bekannt und gefürchtet ist, da sie sich über viele Jahre hinweg ziehen kann, Unmengen an Kosten verschlucken kann, und das mit ungewissem Ausgang. Dazu kommt , dass die israelischen Behörden im Mai 2009 auch die in Deutschland geschlossene Ehe einzutragen verweigerten. Deswegen kann die Familie Maraghy nicht für einige Zeit als ganze Familie nach Jerusalem übersiedeln, da Frau Maraghy gar keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten kann.
Darüber hinaus haben die israelischen Behörden Firas Maraghy unterrichtet, dass er nicht mehr als Einwohner Jerusalems gilt, wenn er sich nicht ab Mai 2011 für einen Zeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren in Jerusalem aufhält. Dieses Vorgehen widerspricht dem Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
Die Verweigerung der Eintragung der Kinder von Palästinensern ist eines von vielen Mitteln, die darauf abzielen, Ostjerusalem für die Palästinenser zu einem unerträglichen Lebensraum zu machen, um damit die ethnische Säuberung Jerusalems zu erreichen.
Kontakt Raif Hussein M.A. Friedhofsallee 16, 30519 Hannover Tel.: 0160-99167775, Email: raif@raif-hussein.de
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